THEATER

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Ich erinnere mich genau

Wenn die Erinnerung verblasst...

Ein Theaterstück von Brian Lausund

Eine Mutter-Tochter Beziehung, die durch die Erkrankung der Mutter an Demenz auf die Probe gestellt wird.

„Ich erinnere mich genau“ sind die ersten Worte des Stücks, gesprochen von Martha, der Mutter. Das Stück erzählt liebevoll die Geschichte einer Mutter-Tochter Beziehung, die durch die Erkrankung der Mutter an Demenz auf die Probe gestellt wird. Mit anfänglichem Optimismus entscheidet sich Hannah, ihre Mutter zu pflegen.

Die ersten Anzeichen der Demenzerkrankung erleben die beiden auf humorvolle Weise; komische Situationen entstehen, so manches Geheimnis der Mutter wird gelüftet. Doch bis zum erlösenden Ende machen beide auch die Abgründe der Demenzerkrankung durch. Die Erinnerungen der Mutter sind verblasst,und so finden sie erst zuletzt einen Weg, versöhnlich Abschied zu nehmen. aber zuletzt bleibt Hannah mit dem Satz „Aber keine Angst Mama: Ich erinnere mich, ich erinnere mich genau“ zurück.

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Du bist meine Mutter 

Das Theaterstück „Du bist meine Mutter“ wurde im Oktober 2018 in Büdingen – Lorbach aufgeführt. In dieser Inszenierung spielte Gisela Nohl Tochter und Mutter im ständigen Wechsel beim wöchentlichen Besuch im Pflegeheim.  Am Ende der Veranstaltung waren alle Zuschauer tief bewegt, nachdenklich und leise.

Inhalt zum Stück 


Nichts Weltbewegendes: eine Frau erzählt, dass sie, wie jeden Sonntag, ihre Mutter im Pflegeheim besucht. Während der Fahrt dorthin erzählt sie von ihrer Kindheit, von Problemen. In die Erzählung mischt sich, beiläufig, eine zweite Stimme: die ihrer Mutter. Irgendwann ist sie in dem Zimmer der Mutter angelangt und überredet diese, wie jeden Sonntag, das Bett zu verlassen, um draußen einen kleinen Spaziergang zu machen. Die Tochter zieht ihre Mutter aus und dann wieder an, warme Sachen, damit sie nicht friert. Währenddessen sprechen sie miteinander. Belangloses meist, aber auch darüber, dass die Mutter oft keine Lust mehr hat zu leben, dass die Tochter ihr Schlaftabletten besorgen soll. Während dieses Anziehens verwandelt sich die Tochter in ihre Mutter. Als sie fertig angezogen ist, steht da eine alte Frau, zittrig, mit faltigem Gesicht und unsicher auf den Beinen: die Tochter spricht jetzt aus dem Mund der Mutter. Im Dialog der beiden Frauen entsteht allmählich ein präzises Doppelportrait, das Gebrechlichkeit und Identitätsverlust der Alten, aber auch die Probleme der Jungen zeigt, mit dem gewandelten Verhältnis zu ihrer Mutter umzugehen. Sie gehen in den Garten. Die Mutter, die alles vergisst, bedauert die anderen Alten, weil die alles vergessen. So können Mutter und Tochter jeden Sonntag wie neu über dasselbe reden: Erinnerungen, Nachfragen, Ängste. Wenn sie sich nichts mehr zu sagen haben, bietet die Tochter der Mutter Kakao oder Pudding an - und die Mutter ist, wie immer, überrascht darüber. Nachdem die Tochter ihre Mutter in ihr Zimmer zurückgebracht hat, nach einem traurigen Abschied bis zum nächsten Sonntag, zieht sich die Mutter alleine aus, fällt hin - sie hat das Hüftbein gebrochen. Das Stück lässt offen, wie oft die Beiden sich noch begegnen werden. 

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